+++ Wir sind jetzt auch auf Facebook +++

Sonntag, 1. Juli 2018

Lichtblick beim Ludwigshafener SC

Fussball: Die zweite Mannschaft des Traditionsvereins wird souverän Meister der B-Klasse Rhein-Pfalz Süd und steigt in die A-Klasse auf

Von Thomas Leimert
LUDWIGSHAFEN.Der Ludwigshafener SC hat nach dieser Saison den Abstieg der ersten Mannschaft aus der Fußball-Verbandsliga verkraften müssen. Doch in dem Traditionsverein gab es auch Grund zur Freude, denn der LSC II wurde nach toller Saison Meister der B-Klasse Rhein-Pfalz Süd und kehrt nach sieben Jahren in die A-Klasse zurück.
Mit bengalischem Feuer feierte das Team den Titel und nahm nach dem Spiel in Schauernheim, als die Meisterschaft perfekt gemacht wurde, schon mal die ersten Kaltgetränke zu sich. „Danach waren wir im Vereinsheim, und ein Großteil hat in der Nacht gemeinsam in einem Club weitergefeiert“, berichtet Trainer Nicolas Laudenbach von den Feiern.Obwohl der erfolgreiche Coach erst 27 Jahre alt ist, wirkt er bemerkenswert abgeklärt und souverän. Für Laudenbach zählen Werte, die in der heutigen Zeit eher eine untergeordnete Rolle spielen. Kameradschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Engagement im Klub, Bodenständigkeit oder Vereinstreue. Das klingt nach einer längst vergangenen Zeit, heutzutage findet man dies nur noch selten. „Wir hatten mit der Mannschaft einen Arbeitseinsatz und beim Heckenschneiden auf dem Sportgelände geholfen. Dass man bei einem Jugendturnier im Ausschank hilft, ist für mich selbstverständlich. Das gehört zum Vereinsleben dazu“, sagt Laudenbach. Vermutlich ist er von seinen Eltern Hans-Jürgen und Susi geprägt, die in verschiedenen Bereichen über viele Jahre ehrenamtliche Trainerarbeit beim LSC geleistet haben.
Sportlich haben die Rot-Weißen die Liga dominiert. „Mir war vor Rundenbeginn klar, dass wir eine spielerisch starke Mannschaft haben werden, aber dass es so gut funktioniert, war nicht abzusehen“, blickt der Coach zurück. Das eingespielte Team, das sich seit Jahren kennt, wurde vor der Saison mit einigen ehemaligen LSC-Spielern verstärkt. „Zudem gab es kaum Verletzte, das hat sich bemerkbar gemacht“, verdeutlicht Laudenbach. Der Meister erzielte in 28 Partien 108 Tore, hatte mit 20 Gegentreffern die beste Abwehr und hielt bei der Hälfte aller Spiele seinen Kasten sauber. Zu Hause wurden 40 Zähler von 42 möglichen Punkten geholt. Nach der einzigen Niederlage (1:3 beim FC Croatia Ludwigshafen) blieb der LSC in den folgenden 25 Begegnungen ungeschlagen. Dean Wittmann wurde mit 36 Treffern Torschützenkönig der Liga. „Nach dem 5:0-Sieg gegen Maxdorf II im April war ich zuversichtlich, dass wir uns die Meisterschaft nicht mehr nehmen lassen“, betont Laudenbach.
Der Coach ließ meist im 4-2-3-1-System spielen, löste aber gegen schwächere Gegner einen defensiven Mittelfeldspieler zugunsten einer weiteren Offensivkraft auf. „Als früherer Mittelfeldspieler lege ich Wert darauf, häufig den Ball in den eigenen Reihen zu haben. Wir hatten aber einen Mix aus Ballbesitz und schnellem Umschaltspiel“, erläutert Laudenbach seine Idee. Zu den Stärken des LSC zählen die Standardsituationen, weil er einige kopfballstarke Akteure in seinen Reihen hat. Umgekehrt sei das Verhalten bei ruhenden Bällen des Gegners ausbaufähig. „Aus dem Spiel heraus bekommen wir kaum Gegentore, bei Eckbällen und Freistößen können wir uns noch verbessern“, hat der Trainer erkannt. Als positiv hat sich erwiesen, dass der LSC in der Vorbereitung fast durchweg gegen höherklassige Teams gespielt hat. „Das hat die Mannschaft weitergebracht“, ist Laudenbach überzeugt.
Der Coach streicht die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen und dem Trainer des Verbandsligateams, Michael Drese, heraus, mit dem es einen regelmäßigen Austausch gab. Akteure aus der ersten Garnitur hätten einen Einsatz in der Reserve nicht als Strafe empfunden, sondern gerne dort gespielt.

Zuletzt stieg der Ludwigshafener SC II 2010 in die A-Klasse auf, aber sofort wieder ab. Das sollte der aktuellen Meistermannschaft, die weitgehend zusammenbleibt, nicht passieren, hofft der Trainer.