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Freitag, 9. Februar 2018

In einer Abwärtsspirale Fussball: Verbandsligist Ludwigshafener SC droht Absturz in die Landesliga – Team offenbar überfordert

Von Thomas Leimert LUDWIGSHAFEN. In der Fußball-Verbandsliga steht der Ludwigshafener SC auf dem vorletzten Platz und mit einem Bein in der Landesliga. In der Hinserie hat die Mannschaft zu große Mängel offenbart, wirkte fehlerhaft, nicht homogen und schien in vielen Spielen überfordert zu sein.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. So lautet eine deutsche Redensart. Auf den LSC bezogen heißt das: Oft konnte die Mannschaft den Abstieg vermeiden, schaffte mehrfach auf den letzten Drücker den Klassenverbleib. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem es nicht mehr reicht. Und dieser Tag dürfte nicht mehr allzu fern sein.„Wir hatten alle erhofft, dass es besser laufen würde, als in der Serie 2016/17, in der wir durch ein Tor in der letzten Minute des Entscheidungsspiels gegen Rodenbach drin geblieben sind“, sagt Trainer Michael Drese. Doch die Hoffnung trog, denn der Kader der vergangenen Runde war personell stärker. Die Leistungsträger, die in der Sommerpause abgewandert sind, konnten nicht annähernd ersetzt werden, zumal mit ihnen auch Mentalität verloren ging. Der nicht auf Rosen gebettete Klub, der seit Jahren eine rigide, aber vernünftige Finanzpolitik betreibt, baute wieder einmal in erster Linie auf den eigenen Nachwuchs. Einige der jungen Spieler haben sich durchgesetzt und gut entwickelt, zählen zu den Stammkräften. Aber ein gleichwertiger Ersatz für die Abgänge können sie nicht sein, auch weil die Erfahrung fehlt. „Die älteren Spieler sind mit sich selbst beschäftigt und können den jüngeren nicht so helfen wie es erforderlich wäre“, erklärt der Coach.
„Das Potenzial der Mannschaft reicht nicht, obwohl wir gute Einzelspieler haben. Aber als Team funktioniert die Gruppe nicht“, hat Drese erkannt. Wichtige, eigentlich unersetzliche Akteure haben zu oft gefehlt, das Leistungsgefälle innerhalb des Kaders ist zu groß. Und wenn drei, die vorangehen sollen, nicht dabei sind, sinkt die Qualität eben deutlich. Spiele, in denen der LSC hätte punkten können, gingen so verloren.

Deshalb waren die Hochfelder von Anfang an im Tabellenkeller. Von den ersten sieben Partien wurden sechs verloren. „Die Euphorie, die nach dem Entscheidungsspiel gegen Rodenbach und dem verhinderten Abstieg aufkam, haben wir nicht konservieren können“, verdeutlicht Drese. Er beklagt teilweise Einstellungsmängel, die Trainingsbeteiligung hätte ebenfalls besser sein können. Hinzu kamen taktische Defizite. Eine Sternstunde war der 4:3-Erfolg bei Jahn Zeiskam, als das Team in der Schlussphase einen 3:1-Vorsprung aus der Hand gab, aber in der Nachspielzeit noch das Siegtor erzielte. Doch schon eine Woche später machte der LSC zu Hause mit einem glücklichen 2:2 gegen das damals sieglose Schlusslicht SV Herschberg alles zunichte. Aus den letzten acht Partien vor der Winterpause holten die Rot-Weißen nur noch einen Punkt.

Beim Ludwigshafener SC klemmt es in allen Belangen. 23 Tore werden nur von zwei Teams unterboten. Mehr als zweimal haben nur Prince Jubin (6), Robert Moldoveanu (5) und Julien Jubin (3) getroffen. Auf der anderen Seite hagelte es 55 Gegentreffer, fast drei pro Partie. „Zu null“ spielte die Mannschaft nur einmal. Von den 25 eingesetzten Akteuren war keiner immer dabei. Auf 18 von 19 möglichen Einsätzen kamen Julien Jubin, Taher Taher und Onur Yildirim, 17 Mal spielten Ali Aydin und Erik Rehhäußer. Der inzwischen 30 Jahre alte Rehhäußer agierte ab Mitte Oktober sehr stabil und konstant. Er war mit sechs Bestnoten stärkster LSC-Spieler. Es folgen Bernd Fröhlich, Julien Jubin sowie die Jolic-Brüder Denis und Dominik (je 4).

„Die Mannschaft ist in eine Abwärtsspirale geraten und findet nicht mehr raus“, resümiert Drese mit einem Schuss Resignation in der Stimme. Was nach wie vor stimmt, sind Kampfgeist und Moral. Das Bemühen kann man dem Team nicht absprechen, es lässt sich nicht hängen. Reichen wird das vermutlich nicht.