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Donnerstag, 22. Februar 2018

Brenneis brennt


Sportler im Blick: Seit Jahresbeginn ist Marcel Brenneis der neue Sportliche Koordinator beim Förderzentrum „Anpfiff ins Leben“ in der Gartenstadt. Der 34 Jahre alte Mannheimer fungiert als Bindeglied zwischen der gemeinnützigen Organisation und dem dort ansässigen Partnerverein Ludwigshafener SC.
Von Thomas Leimert

LUDWIGSHAFEN. Marcel Brenneis hat sich mit Feuereifer in seine Arbeit gestürzt. In der dunklen Hose und dem Polohemd macht der Mann mit dem Vollbart einen guten Eindruck. Er wirkt sportlich und drahtig. Und er lacht gerne. Es ist ein herzliches Lachen. Brenneis scheint jemand zu sein, der schnell Kontakt bekommt, der Menschen für sich einnehmen kann, erst gar keine Distanz aufkommen lässt. Exakt so einen Mann brauchen sie am Stützpunkt in der Gartenstadt, wo es nicht nur um Fußball, sondern um eine ganzheitliche Förderung der Kinder und Jugendlichen geht. Neben dem Sport zählen Schule, Beruf und Soziales zu den Eckpunkten von „Anpfiff ins Leben“.Der in Mannheim aufgewachsene Brenneis hat früh mit dem Fußballspielen begonnen. „Bei der DJK Sandhofen und dem SV Waldhof habe ich im defensiven Mittelfeld gespielt. Aber es war bald klar, dass es zum Profi nicht reichen wird“, sagt der 34-Jährige und lacht. Bezirks- und Landesliga hat er gespielt, dann kam der Umzug nach Bruchsal. „Ich habe beim FSV Büchenau gekickt und mit 29 Jahren das Traineramt dort übernommen“, erzählt Brenneis. Mit einer jungen Mannschaft stieg er in die A-Klasse auf. Es folgte ein Engagement beim Bezirksligisten SSV Ettlingen, bei dem er bis zum Vorrundenende blieb.

Dann wurde der Einstieg bei „Anpfiff ins Leben“ für den Vater einer bald vierjährigen Tochter konkret. Er hatte sich auf die Stellenausschreibung beworben, „und sich gegen mehr als zehn andere Bewerber durchgesetzt“, verdeutlicht Katharina Müller, die bei der Organisation für Gesamtkoordination und Kommunikation zuständig ist. Für den gelernten Industriekaufmann Brenneis, der inzwischen in Waghäusel zwischen Mannheim und Karlsruhe lebt, mag auch gesprochen haben, dass sein zuletzt ausgeübter Beruf ein ähnliches Anforderungsprofil aufwies.

„Bei der Bundeswehr habe ich als Zeitsoldat der Sportfördergruppe angehört“, erläutert Brenneis. Er betreute als Personalchef die besten Athleten aus Sportarten, in denen nicht nach einer Profikarriere gestrebt werde. Das waren Boxer, Gewichtheber und Ringer, die alle mit dem Ziel einer Olympiateilnahme gefördert werden. „Da war ich verantwortlich für die Trainer, habe geschaut, dass deren Fortbildung den Qualitätsstandards entspricht und Trainingspläne überprüft“, sagt Brenneis. Den Dienst bei der Bundeswehr hat er quittiert. Seit Jahresende ist er kein Soldat mehr. Das Thema Unterstützung für Sportler ist auch jetzt ein Schwerpunkt seiner Arbeit. „Anpfiff ins Leben“ kannte er ebenso wie den LSC, „der in meiner Jugendzeit das Ludwigshafener Pendant zum SV Waldhof war“.

Beim LSC beginnt er bei null. „Ich habe keine Berührungsängste, gehe auf alle zu und werde alles neu bewerten“, betont Brenneis und lacht wieder. Er sei von den Verantwortlichen des Klubs, der Jugendleitung und den Trainern freundlich und warmherzig empfangen worden. Das sei eine gute Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit. „Zunächst einmal will ich einen Einblick in das Innenleben des LSC gewinnen und bin zudem mitten in den Gesprächen mit den Jugendtrainern für die Saison 2018/19“, sagt der Sportkoordinator. Wichtig sei, dass die Verbundenheit der Spieler zum Verein gestärkt werde. Deshalb sollen neue Jugendspieler aus einem Umkreis von 30 Kilometern kommen und ihre Verweildauer beim Klub soll ausgedehnt werden. „Der LSC ist eine sehr gute Adresse für Junioren, das soll so bleiben. Ich wünsche mir, dass der alte Glanz zurückkehrt“, betont Brenneis.

Außerdem sollen neue Trainingsmethoden wie die Videoanalyse genutzt und die Verbindung zur ersten Mannschaft gestärkt werden. Dass die künftig vom bisherigen A-Junioren-Coach Donato Villecco trainiert wird, sei ein gutes Zeichen. „Anpfiff ins Leben“ stelle zudem einen Grundlagentrainer zur Verfügung, der den Trainern von Teams unterhalb der C-Jugend bei der Konzeption von Übungseinheiten helfen soll.

„Im Moment habe ich viel Schreibtischarbeit zu erledigen. Das wird sich ändern“, sagt Brenneis. Er strebt einen intensiven Austausch mit den Juniorentrainern an, will Trainingseinheiten beobachten und bei der Kaderzusammenstellung behilflich sein. Die Arbeit sei auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Dass A-, B- und C-Junioren wieder in der Regionalliga spielen, sei kurzfristig nicht zu erreichen. „Der LSC ist dennoch ein Verein mit großer Strahlkraft“, ist Brenneis überzeugt.