Mittwoch, 23. August 2017

FussballNeue Schuhe„Dess iss jo wie beim Ribery“, sagte am Sonntag ein Zuschauer des Fußball-Verbandsligaspiels zwischen dem Ludwigshafener SC und dem TuS Hohenecken. Damit spielte der Mann auf eine Situation beim DFB-Pokalspiel von Meister Bayern München beim Chemnitzer FC an, als der immer zu einem Schabernack aufgelegte Franzose vor einem Freistoß seiner Mannschaft in Strafraumnähe niederkniete und der noch mit dem Mauerabstand beschäftigten Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus den Schnürsenkel löste. Doch beim LSC war es eigentlich eher umgekehrt. Torwart Niklas Wiegand war der goldfarbene Schuh, ausgerechnet noch sein Lieblingsstück, aufgerissen und ein Wechsel war nötig. Ein Ersatzspieler brachte ein neues, blütenweißes Paar. Und weil das eine Weile gedauert hat und die Gäste ob der Verzögerung schon murrten, verzichtete Wiegand darauf, die Torwarthandschuhe aus- und später wieder anzuziehen. Stattdessen kniete Innenverteidiger Denis Jolic in bester Ribery-Manier nieder und schnürte dem Kollegen die neuen Schuhe. Er machte das offenbar recht gut, denn der nach der Partie darauf angesprochene Wiegand erklärte, die Schuhe hätten wie angegossen gesessen. Da kann sich Ribery mal ein Beispiel nehmen. thl
FussballAlte ZieleWir bleiben beim Ludwigshafener SC und kommen zu einem ungeschrieben Gesetz für Journalisten. Das besagt, dass die Überschrift eines Textes neugierig machen und den Leser bewegen soll, den Artikel zu lesen. Ganz offensichtlich ist dem Sportchef der Hochfelder, Jakob Brunn, diese Vorgehensweise bekannt. In der Stadionzeitung zum Spiel gegen den FK Pirmasens II vor einer Woche überschreibt der Sportliche Leiter seine Kolumne nämlich mit „Wir wollen Meister werden!“ Hoppla. Das ist, wie wenn Rouven Schröder, Sportvorstand des Bundesligisten Mainz 05, oder sein Augsburger Kollege Stefan Reuter einen solchen Spruch von sich geben würden. Verkennt Brunn die aktuelle Situation des LSC? Ist es gar ein Anflug von Größenwahn? Weit gefehlt. Schon im ersten Satz seines Berichtes rückt der Sportchef die Relationen gerade. „Wie gerne würden wir einmal diesen Anspruch formulieren. Aber auch in dieser Saison werden wir uns wohl wieder am unteren Tabellendrittel orientieren müssen“, schreibt Brunn und lässt eine realistische Einschätzung erkennen. Eines ist ihm auf jeden Fall gelungen. Jeder Zuschauer, der das Heft in die Hand bekommen hat, dürfte den Artikel mit großem Interesse gelesen haben. Brunn hat sein Ziel erreicht. thl